
aus kleinen süßen babies in blauen stramplern werden männer, väter, großväter. sie wachsen von minute zu minute, wenn sie nicht mehr wachsen ist etwas gestorben. im letzten jahrhundert ist viel zu viel, viel zu früh gestorben, getötet worden. verreckt. jungen und mädchen fehlen die männer in der ruhmeshalle des alltags, die anfassbaren und angreifbaren väter und großväter. ihre fehlstellen werden durch phantasien gefüllt, fantastische oder fatale. sie bleiben fehlstellen, weiße flecken. sie haben es nicht gelernt mann zu sein oder vater, liebender. mein blick hat sich auf einer elf jahre währende Reise im sozialen bereich der jungen und männer verändert. hinter gewalt, großer fresse oder stillem dienen steckt unsicherheit, blanke hilflosigkeit mit den eigenen männlichen anteilen umgehen zu können. diese jungen und männer haben es nicht gelernt, ihre und fremde grenzen wahrzunehmen und zu respektieren. sie haben kein gefühl, keine achtung vor ihrer ureigenen potenz.
ein nest ist ein nest, weil es grenzen hat. aggression meint, eigene bedürfnisse befriedigen und grenzen verteidigen zu können. entmannt sein schafft kindisch-sein, pervertiert die heiligen kindlichen kräfte und ermächtigt die schwachen anteile: ernähre mich, behüte mich, ich will nicht, ICH! ICH!
im letzten jahrhundert haben menschen menschen in einem unsäglichen maße entwurzelt.
männer und väter haben sich und wurden fast vollständig aus dem alltag der kinder verbannt. sie verschwanden in büros, fabrikhallen oder in schützengräben, gefangenenlagern, in rauch und erde.
entwurzelte fliegen und suchen halt in allem was sich bietet: partner, kinder, arbeit, sucht. wenn alle fliegen, fällt es keinem auf. sucht sucht inneren halt, geborgen sein, liebe aus sich selbst heraus.
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