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| warum - wieso - wozu - jungen- und männerarbeit
im februar 1997 zelebrierte ich eine teezeremonie - als start einer männergruppe. begonnen hatte alles einige monate oder jahre vorher: mit dem seltsamen gefühl: mir fehlt etwas, bzw. der erkenntnis, dass ich als junge und mann meine wichtigsten fragen immer mit frauen geklärt hatte. entweder mit meiner mutter, meiner großmutter oder mit freundinnen und partnerinnen. zurück blieben weiße flecken in der seele, ein gefühl von leere. diese leere wollte ich füllen. männer sind brüder im herzen, aber viele wissen nichts davon, da sie als krieger erzogen werden: schneller, höher, weiter... erster sein müssen-wollen. inzwischen bin ich einen weiten weg auf dem gebiet des "mann-seins" in dieser gesellschaft gelaufen: diplom-ingenieur, vater von drei kindern, diplom-sozialpädagoge, künstler, gescheiterter, immer wieder aufgestandener, lernender, männerzentrum kümmelschänke, jungen- und männerprojekt "JuMP- Sprünge wagen", anti-gewaltarbeit, das jungenbuch: "Und dann fiel eine große scherbe von oben herunter...", bundesweite und sächsische männertreffen, studium, ausbildungen... und immer wieder ein eigenes weiterwachsen im unbekannten. auch eine "ungeplante" rituelle neugeburt (von ihr stammt der "Ole") und eine initiation waren bahnbrechende erlebnisse, die mir die möglichkeit gaben, einen neuen weg zu gehen. es existiert auch eine sehr wichtige gesellschaftliche dimension: jungen und männer werden weniger lebensfähig erzogen als mädchen. wie ich darauf komme? gefängnisse sind voller junger männer, 30% der männer leben bei ihren alleinerziehenden müttern, schulabgänger von hauptschulen sind zu 60 % jungen, junge frauen sind viel in größerem masse bereit, sich außerhalb der heimat jobs zu suchen. unfall- und todeszahlen belegen ebenfalls, dass jünglingen ihre gesundheit bzw. das leben weniger wert sind als jungen frauen. im krassen widerspruch stehen dazu die gehälter, doch das betrifft nur die menschen, die arbeit haben. gewalttäter und opfer sind zu über 60% junge heranwachsende. jungen spielen (versinken) in einem erheblich größeren maße vor computerkonsolen als mädchen. ein tag hat nur 24 stunden und auch eine kindheit, ein heranwachsen ist endlich, irgendwann müssen die jungen auf eigenen Füßen stehen. was lernen sie bis dahin? die folgenden seiten zeigen etwas von diesen erfahrungen: märchen, bilder und texte, statistiken. das bunte gemisch hinter dieser seite kann neugierigen und suchenden helfen, mut zu schöpfen, einen eigenen unbekannten weg zu gehen, schwellenräume zu verlassen, sich aus der bahn werfen zu lassen, ins leben zurück zu kehren. oder einfach die bestätigung zu bekommen, dass dieses seltsame gefühl der leere auch in anderen ist und gefüllt werden kann. die kraft aus dem inneren strömt, wenn innere stimmen gehör finden. |
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